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Jeden Tag strömen unzählige Abbilder der Wirklichkeit auf uns ein. Ob fiktional oder dokumentarisch – sie sind immer nur ein Ausschnitt der Wirklichkeit, also eine vermittelte Realität.


In diesem Seminar geht es um den Spielfilm. Wie können wir ihn begreifen? Das Sehen von Filmen ist zur Selbstverständlichkeit geworden. Dennoch ist die Kenntnis künstlerischer Ausdrucksformen, besonders filmsprachlicher Mittel, im Allgemeinen unterentwickelt. Anders als bei der Literatur, deren Erzählformen in der Schule erlernt werden, gibt es dort kaum Heranführungen an die ästhetischen Gestaltungsmittel des Films. Auch Erwachsene sehen sich Filme an und haben Spaß daran. Die Filmrezipienten begegnen dem Film meist als Freizeitunterhaltung. Die Filmkritik geht einen Schritt weiter und versucht sich an einer Einordnung des Gesehenen. Sie stellt Zusammenhänge her und fällt ein mehr oder weniger gut begründetes Urteil. Die Auseinandersetzung ist dabei geprägt durch das Primat der Handlung.

Filmrezensionen beschäftigen sich hauptsächlich mit dem Narrativen, dem Inhalt. Die Form gerät in den Hintergrund. Ein Film ist jedoch die Einheit von Form und Inhalt. Die Filmanalyse hingegen versucht das Nachdenken über Film zu systematisieren. Sie reflektiert das Medium gezielt und interessengeleitet und macht ihre Erkenntnisse intersubjektiv nachvollziehbar. Sie geht über das spontane Nachdenken über Film hinaus und führt zu einer systematischen, methodisch reflektierten Beschäftigung mit dem Medium. Das Kennenlernen von spezifischen Begriffen schärft die sinnliche Wahrnehmung und gibt ein Instrumentarium an die Hand, dass die Teilnehmer*innen befähigt, sich kritisch mit filmischen Produkten zu beschäftigen und ihr Urteil adäquat zu begründen. Sie lernen zu verstehen, wie Filme gemacht sind, welche standardisierten Formen und Konventionen es gibt und wie diese ggfs. unterlaufen werden. Nicht zuletzt bietet die Filmanalyse die Möglichkeit zur Vervollkommnung der künstlerischen Geschmacksbildung. Durch das Illustrieren der Analyse mittels zahlreicher Filmbeispiele aus dem Fundus der Filmgeschichte, vermittelt das Seminar zudem einen Eindruck der vielfältigen Möglichkeiten des Mediums und liefert einen ersten Einblick in die Filmgeschichte.

Das Seminar findet als Online-Tagesworkshop statt. Es wird für intensivere Diskussionen zahlreiche Untergruppenphasen und ausreichend Pausen geben. Durch diese Maßnahmen erhoffen wir uns einen kurzweiligen und spannenden Workshop-Tag, der trotz des Online-Formats funktioniert. Es werden Papier und Stift bzw. digitale Möglichkeiten zur Anfertigung von Notizen benötigt.

Mikko Linnemann ist Filmwissenschaftler und Filmemacher mit Essayfilmen u.a. zu den Themen Erinnerungspolitik und Antisemitismus ("Triumph des guten Willens", 2016) und zur Aktualität von Karl Marx ("Im Vorhof der Geschichte - Celebrating Marx", 2019). Er lebt in Berlin.

Micky Haque ist Politologe mit Schwerpunkt kritische Gesellschaftstheorien und Mitglied im Arbeitskreis Internationale Politik und Politische Theorie des Bildungswerk Berlin der Heinrich-Böll-Stiftung. Lesekreise, Seminare und die Moderation von Abendveranstaltungen sind sein Schwerpunkt. Er lebt in Berlin.

Diese Veranstaltung wird realisiert durch Mittel der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin.


Teilnahmegebühr

0,00 €


Termin(e)

Sa. 05.09.2020, 10:00 - 16:00 Uhr


Zeitraum

Beginn: 05.09.2020 10:00
Ende: 05.09.2020 16:00
Ort: Online-Workshop


Anmeldeschluss:


04.09.2020


Veranstaltungsort

Zu dieser Veranstaltung sind keine Orte verfügbar.


Termin(e)

Sa. 05.09.2020, 10:00 - 16:00 Uhr

Datum Zeit Straße Ort
Sa. 05.09.2020 10:00 - 16:00 Uhr   Online Webinar
Teilnahmegebühr

0,00 €

Format

Workshop