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... das Rassismus keine böse Absicht ist, sondern eine Lebensform, ein Bestandteil unserer kulturellen Identität (...), ist eine nüchtern zu treffende, wenn auch schmerzliche Erkenntnis. Annita Kalpaka und Nora Rätzel (1990)

Diskriminierung und Rassismus sind schon längst kein bloßes Einstellungssyndrom und spiegeln sich in diskriminierenden und rassistischen Denk-, Erfahrungs-, und Handlungsformen wider. Diskriminierung und Rassismus sind in den Strukturen und im Bewusstsein eingeschrieben und machen auch vor Bildungsinstitutionen wie z.B. Schule nicht halt.

Der Fachtag legt diesmal das Augenmerk auf die Kontexte von Wissensfabriken, in denen genau diese Denk-und Handlungsweisen kritisch in den Fokus geraten. Dabei werden Bildungsmaterialen, Handlungsstrategien und Beschwerdestellen aus kritischen und BIPoC Perspektiven vorgestellt.

Die Tagung findet online statt und ist kostenfrei. Um vorherige Anmeldung wird spätestens bis zum 27.09. gebeten. Die einzelnen Workshops sind auf 12 Teilnehmer*innen begrenzt, für die beiden Vorträge sind mehr Teilnehmer*innen möglich.


Ablauf

10.00: Begrüßung und Moderation Koray Yilmaz-Günay

Grußwort Eren Ünsal (Leiterin der Berliner Antidiskriminierungsstelle) Mekonnen Mesghena (Leiter des Referats Migration & Diversity bei der Heinrich-Böll-Stiftung)

10.30: Vortrag Karim Fereidooni: Die Auswirkungen von Diskriminierung, Rassismus auf Kinder und Jugendliche / Wie kann und sollte dem entgegengesteuert werden?

11.45: Workshops (Beschreibung siehe unten)

14.00: Vortrag María do Mar Castro Varela & Bahar Oghalai:
Allyship, Powersharing, Empowermentsharing: als Gedanke, dass sich verstärkt auch marginalisierte Communities solidarisieren und unabhängig von der Dominanzkultur eigene Potentiale entwickeln und kraftvoll umsetzen

15.30: Künstlerischer Act: Lahya
Lahya (Stefanie-Lahya Aukongo) ist eine Schwarze intersektional verwobene Künstlerin, deren gesellschaftliche Realitäten sich in all der Kunst und politischen Arbeit widerspiegeln.


Workshops
Die Workshops finden gleichzeitig statt. Bitte schicken Sie uns nach der Anmeldung eine E-Mail mit dem gewünschten Workshop.

1) Anlaufstelle für Diskriminierungsschutz (ADAS) – Politische Strategien und Handlungsmöglichkeiten
Diskriminierung in seinen verschiedenen Ausprägungen und Formen gehört zum schulischen Alltag. In dem Workshop bestehend aus Kurzinput, interaktiven Teil und Erfahrungsaustausch wollen wir Handlungsmöglichkeiten vorstellen und politische Strategien gegen Diskriminierung in der Schule diskutieren.
Aliyeh Yegane Arani (Leitung Anlaufstelle für Diskriminierungsschutz an Schulen (ADAS)

2) Vielfaltsorientierte und diskriminierungskritische Arbeit in Schule und Hort
Im Workshop zeigen die Referentinnen anhand von vier Handlungsfeldern die oft unbeabsichtigte Wirkung diskriminierender Strukturen und Routinen in Schule und Hort auf. Für eine gelingendes Schulklima ist es daher wichtig, den Zusammenhang von Identitäten, Zugehörigkeiten und struktureller Benachteiligung genauer in den Blick zu nehmen. Mit kurzen Inputs und interaktiven Phasen des Austauschs werden im Workshop Möglichkeiten zu einem vielfaltsorientierten und diskriminierungskritischen Miteinander im Schulkontext beleuchtet.
Waltraud Eckert-König, Nele Kontzi (anti-bias-netz) (Schulberaterinnen RAA Potsdam)

3) Diskriminierung und antimuslimischer Rassismus an Grundschulen
Bisherige Erfahrungen zeigen, dass die Angebote für das Thema Diskriminierung und antimuslimischer Rassismus an Grundschulen bisher noch unterbeleuchtet sind. Dabei ist es wichtig frühestmöglich mit der Sensibilisierung und Professionalisierung im Hort und Schule für das Thema zu beginnen. Veränderung pädagogischer Praxen brauchen sowohl theoretische Zugänge und kritische Wissensbestände als auch ein Erleben und reflektieren darin. In diesem Workshop setzen wir uns kritisch mit einem Schulbuchtext auseinander.
Cvetka Bovha, Patricia Göthe (Bildungsteam Berlin-Brandenburg e.V.)

4) Empowerment-Raum (ausschließlich für negativ von Rassismus Betroffene)
Rassistische Diskriminierung ist ein Alltagsphänomen und keine Ausnahmeerscheinung und gehört leider zur Realität vieler hier lebender Menschen. In dieser Session möchten wir einen Raum anbieten, der einen Austausch über Strategien und Umgang bei rassistischer Diskriminierung anbietet. Was tut uns/mir gut? Womit haben wir/ich positive und heilende Erfahrungen gemacht? Welche Netzwerke/Adressen sind empfehlenswert? Diesen Raum möchten wir gemeinsam mit euch gestalten und nach Bedarfen in der Gruppe gehen.
Nastaran Tajeri-Foumani, Jonathan Kwesi Aikins (Bildungsteam Berlin-Brandenburg e.V.)

5) Stadtrundgang durch Berlin-Kreuzberg (12-13:30 Uhr)
Mit dem Spaziergang möchten wir Klischees aufbrechen und vielfältige Lebenskonzepte, Initiativen und Organisationen gegen antimuslimischen Rassismus vorstellen. Er führt eigentlich durch Kreuzberg “SO 36”. Wir suchen Orte auf und stellen Menschen vor, die dafür stehen, dieser Form des Rassismus etwas entgegensetzen. Es geht auch um die geschichtlich lang andauernde historische Anwesenheit von Muslim*innen in Deutschland, Berlin und Kreuzberg. Der Workshop findet in Präsenz statt. Kurz vor der Fachtagung erhalten alle Teilnehmer*innen, die sich für diesen Workshop angemeldet haben eine Mail mit dem Treffpunkt.
Ezgi Özcan, Dennis Kirschbaum (Bildungsteam Berlin-Brandenburg e.V)

in Kooperation mit dem Bildungsteam Berlin-Brandenburg e.V. (Projekt: Bildungsbausteine gegen antimuslimischen Rassismus, Für eine demokratische und pluralistische Gesellschaft), gefördert durch die Senatsverwaltung für Justiz, Verbraucherschutz und Antidiskriminierung – LADS


Die Veranstaltung wird realisiert mit Mitteln der deutschen Klassenlotterie.


Teilnahmegebühr

0,00 €


Termin(e)

Mi. 29.09.2021, 10:00 - 16:00 Uhr


Zeitraum

Beginn: 29.09.2021 10:00
Ende: 29.09.2021 16:00
Ort: Online-Veranstaltung



Veranstaltungsort

Zu dieser Veranstaltung sind keine Orte verfügbar.


Termin(e)

Mi. 29.09.2021, 10:00 - 16:00 Uhr

Datum Zeit Straße Ort
Mi. 29.09.2021 10:00 - 15:30 Uhr   Online-Veranstaltung
Teilnahmegebühr

0,00 €

Format

Tagesseminar