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Der Film „Ein Spezialist" von Eyal Sivan

Eyal Sivans „Ein Spezialist" montiert ausschließlich Originalaufnahmen des Eichmann-Prozesses von 1961 zu einem eindringlichen Porträt des Angeklagten. Am 11. April 1961 begann in Jerusalem der Prozess gegen Adolf Eichmann, dem zur Last gelegt wurde während des Dritten Reichs als Leiter des Referats IV-B-4 des Reichssicherheitshauptamts verantwortlich für die millionenfache Deportation von Menschen, zumeist Jüd*innen, in die Vernichtungslager in Osteuropa gewesen zu sein.

Der Prozess gegen den „Schreibtischtäter“ Eichmann wurde in voller Länge auf Video aufgezeichnet. Im Prozess standen vier Kameras zur Verfügung, die etwa 500 Stunden Material aufzeichneten, von denen heute noch 350 Stunden erhalten sind. Dieses Originalvideomaterial ist die ausschließliche Ausgangsbasis für Eyal Sivans Film, der sich auf bislang unveröffentlichte Bilddokumente konzentriert. Dabei ist Sivan darauf bedacht, nicht das Bild eines Monsters zu zeigen, sondern das Grauen in seiner erschreckenden Banalität: ein unscheinbarer Mann Mitte 50 im Straßenanzug und mit Brille, der sich während des Prozesses durch Aktenberge liest und sich penibel Aufzeichnungen macht. Orientiert an Hannah Arendts Begriff der „Banalität des Bösen" zeigt der Film Eichmann nicht als dämonisches Monster, sondern als unscheinbaren Bürokraten, der sich hinter Verfahrensregeln und Aktenordnung verschanzt. Gerade in dieser Nüchternheit liegt die Beunruhigung: Der Film macht sichtbar, wie organisierter Massenmord als Verwaltungsakt funktionieren konnte.


Die Filmvorführung ist eingebettet in eine kurze Einführung zum Werk und einer abschließenden Diskussion des Gesehenen. Die Veranstaltung ist offen für alle Interessierten. Die Teilnahme ist kostenfrei um Anmeldung wird gebeten. Wir bitten darum, bei Verhinderung rechtzeitig abzusagen.


Ort: Regenbogenfabrik, Kino, Lausitzer Straße 21a, 10999 Berlin


Datum: 11.11.2026, 19:00 - 21:30 Uhr

Mit: Sophia Schmitz (Historikerin) und Dirk Reinink (Sozialwissenschaftler)


Der Film ist Teil der Reihe „ Bilder der Verbrecher – filmische Blicke auf Täter im Nationalsozialismus"


„Bilder der Verbrecher – filmische Blicke auf Täter im Nationalsozialismus"

Wie lässt sich die Geschichte des Nationalsozialismus filmisch erzählen – als Prozessdokumentation, als Familiengeschichte, als Propagandaanalyse oder als investigative Spurensuche? Die Filmreihe des Bildungswerk Berlin der Heinrich-Böll-Stiftung in der Regenbogenfabrik in Kreuzberg zeigt an vier Abenden vier sehr unterschiedliche dokumentarische Zugänge zu Täter*innen, Mitläufer*innen und der Frage, wie Gesellschaften mit dieser Vergangenheit umgehen. Von der Rekonstruktion des Eichmann-Prozesses über eine sehr persönliche Auseinandersetzung mit dem eigenen NS-belasteten Vater bis hin zur sowjetischen Propagandaanalyse und der jahrelangen Suche nach dem „Schlächter von Lyon" Klaus Barbie: Die vier Filme zeigen, wie das Kino Erinnerung, Verdrängung und Aufarbeitung sichtbar macht – und werfen die Frage auf, wie der Nationalsozialismus und seine Verbrechen nachgewirkt haben.


11.11., 19 Uhr Ein Spezialist. Regie: Eyal Sivan
16.11., 19 Uhr 2 oder 3 Dinge, die ich von ihm weiß. Regie: Malte Ludin
25.11., 19 Uhr Der gewöhnliche Faschismus. Regie: Michail Romm
29.11., 17 Uhr Hotel Terminus – Leben und Zeit von Klaus Barbie. Regie: Marcel Ophüls

Die Veranstaltung wird von der Berliner Landeszentrale für politische Bildung gefördert.

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Teilnahmegebühr

0,00


Termin(e)

Mi. 11.11.2026, 19:00 - 21:30 Uhr


Zeitraum

Beginn: 11.11.2026 19:00
Ende: 11.11.2026 21:30
Ort: Regenbogenfabrik


Anmeldeschluss:


11.11.2026


Veranstaltungsort


Termin(e)

Mi. 11.11.2026, 19:00 - 21:30 Uhr

Datum Zeit Straße Ort
Mi. 11.11.2026 19:00 - 21:30 Uhr Lausitzer Str. 21a Regenbogenfabrik
Teilnahmegebühr

Kostenlos

Format

Reihe